Das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) im Juni 2025.

Was du für das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) auf deiner Website unbedingt beachten musst.

Veröffentlichtung

February 6, 2025

Lesedauer

13 Minuten

Autor

Etienne Gundlach
Inhaltverzeichnis

Das Thema Barrierefreiheit ist in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gerückt, und mit dem neuen Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das im Juni 2025 vollständig in Kraft tritt, wird Barrierefreiheit im digitalen Raum zur Pflicht. Unternehmen und Dienstleister sind ab diesem Zeitpunkt rechtlich verpflichtet, ihre Websites und digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. In diesem Beitrag erfährst du, welche konkreten Änderungen auf dich zukommen, was das Gesetz beinhaltet und wie du sicherstellen kannst, dass deine Website bis 2025 den neuen Anforderungen entspricht.

Was ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) basiert auf der europäischen Richtlinie 2019/882, die auch als European Accessibility Act (EAA) bekannt ist. Dieses Gesetz zielt darauf ab, Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang zu digitalen und physischen Produkten und Dienstleistungen zu ermöglichen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre digitalen Produkte – dazu gehören Websites, mobile Apps und andere digitale Schnittstellen – bis spätestens Juni 2025 barrierefrei gestalten müssen.

Das BFSG gilt für eine breite Palette von Unternehmen, darunter Banken, Online-Händler, öffentliche Verkehrsbetriebe, Softwareanbieter und viele andere. Die Anforderungen des Gesetzes zielen darauf ab, Hindernisse abzubauen und die digitale Teilhabe zu fördern.

Wer ist vom BFSG betroffen?

Das Gesetz gilt nicht nur für öffentliche Einrichtungen, sondern auch für viele private Unternehmen. Besonders betroffen sind:

  • Unternehmen, die Dienstleistungen für die Allgemeinheit anbieten: Banken, Online-Shops, Telekommunikationsanbieter und Verkehrsdienstleister müssen ihre digitalen Plattformen barrierefrei gestalten.
  • Große Unternehmen: Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von über 2 Millionen Euro fallen unter das BFSG. Kleinere Unternehmen sind teilweise ausgenommen, aber auch sie sollten Barrierefreiheit ernst nehmen.

Im Klartext: Wenn du eine Website erstellen lässt oder selbst betreibst, solltest du prüfen, ob du von den Regelungen betroffen bist. Selbst wenn du nicht direkt unter die gesetzlichen Bestimmungen fällst, kann es sinnvoll sein, deine Website bereits jetzt auf die Zukunft vorzubereiten.

Was ändert sich durch das BFSG ab Juni 2025?

Bis zum 28. Juni 2025 müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre digitalen Angebote die Anforderungen des BFSG erfüllen. Dies umfasst:

  1. Barrierefreie Websites: Alle Websites müssen für Menschen mit Behinderungen zugänglich sein. Dazu gehört die Einhaltung der WCAG 2.1-Standards, wie sie auch im Barrierefreiheitsschutzgesetz definiert sind. Neu ist, dass nun auch viele private Unternehmen betroffen sind.
  2. Barrierefreie mobile Anwendungen: Nicht nur Websites, sondern auch mobile Apps müssen barrierefrei gestaltet werden. Das betrifft insbesondere Funktionen, die zur Nutzung von Dienstleistungen notwendig sind – zum Beispiel Banking-Apps oder Online-Shops.
  3. Digitale Produkte und Dienstleistungen: Auch Produkte wie E-Books, Bankautomaten und Selbstbedienungsterminals müssen barrierefrei gestaltet sein.
  4. Strengere Kontrollen und Sanktionen: Unternehmen, die bis Juni 2025 keine barrierefreien digitalen Angebote bereitstellen, riskieren Sanktionen und Bußgelder. Es wird erwartet, dass die Aufsichtsbehörden verstärkt überprüfen, ob die Vorgaben eingehalten werden.

Die vier Grundprinzipien der Barrierefreiheit im Webdesign nach WCAG 2.1

Damit deine Website den Anforderungen des BFSG entspricht, musst du sicherstellen, dass sie den WCAG 2.1-Standards folgt. Diese Richtlinien basieren auf vier Grundprinzipien:

  1. Wahrnehmbarkeit: Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie von allen Menschen wahrgenommen werden können – unabhängig von deren Einschränkungen. Dies umfasst die Verwendung von Alt-Texten für Bilder, die Bereitstellung von Untertiteln für Videos und klare, kontrastreiche Designs.
  2. Bedienbarkeit: Die Navigation und alle interaktiven Elemente deiner Website müssen für alle nutzbar sein. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Website komplett über die Tastatur bedienbar ist. Dazu gehört auch, dass Menschen mit motorischen Einschränkungen die Website ohne Maus bedienen können.
  3. Verständlichkeit: Die Inhalte deiner Website sollten für alle leicht verständlich sein. Das bedeutet nicht nur einfache Sprache, sondern auch eine klare Struktur und gut lesbare Schriftarten.
  4. Robustheit: Deine Website muss auf verschiedenen Plattformen, Geräten und Assistenztechnologien – wie Screenreadern – funktionieren. Das bedeutet, dass die technischen Grundlagen deiner Website robust genug sein müssen, um von verschiedenen Browsern und Geräten korrekt interpretiert zu werden.

Diese Grundprinzipien sind die Basis für barrierefreies Webdesign und müssen bis Juni 2025 in allen betroffenen Websites und Apps umgesetzt werden.

Wie du mit Webflow deine Website barrierefrei gestaltest

Um die Anforderungen des BFSG zu erfüllen, ist es wichtig, Tools zu nutzen, die dir helfen, deine Website effizient und ohne großen Aufwand barrierefrei zu gestalten. Webflow ist ein solcher Website-Builder, der dir alle nötigen Werkzeuge zur Verfügung stellt, um eine barrierefreie Website zu erstellen.

Warum Webflow?

  • Einfache Erstellung von barrierefreien Websites: Webflow ermöglicht es dir, eine barrierefreie Website zu erstellen, ohne tief in den Code einzutauchen. Das visuelle Design-Tool von Webflow unterstützt dich dabei, alle relevanten WCAG-Kriterien zu erfüllen.
  • Automatische Barrierefreiheitstests: Webflow bietet dir die Möglichkeit, während der Erstellung deiner Website automatische Tests durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Barrierefreiheit gewährleistet ist. Dies betrifft zum Beispiel die Tastaturnavigation oder die korrekte Nutzung von Alt-Texten für Bilder.
  • Flexibilität und Anpassbarkeit: Mit Webflow kannst du auf verschiedenen Plattformen – von Desktop bis Mobile – barrierefreie Designs erstellen. Dies ist besonders wichtig, da das BFSG auch mobile Anwendungen einschließt.

Warum es sinnvoll ist, eine barrierefreie Website erstellen zu lassen

Die Einhaltung der Anforderungen des BFSG kann eine komplexe Aufgabe sein, insbesondere wenn du wenig Erfahrung im Webdesign hast. Hier kann es sinnvoll sein, eine Website erstellen zu lassen, die den neuen Barrierefreiheitspflichten gerecht wird.

Vorteile eines professionellen Webdesigners:

  • Rechtssicherheit: Ein Webdesigner, der sich mit den Anforderungen des BFSG auskennt, stellt sicher, dass deine Website alle gesetzlichen Vorschriften erfüllt und du mögliche Strafen vermeidest.
  • Zeitersparnis: Die Umstellung auf Barrierefreiheit kann zeitaufwändig sein, vor allem wenn du deine bestehende Website anpassen musst. Ein Webdesigner kann dies schneller und effizienter umsetzen.
  • Komplexe Anforderungen leichter umsetzbar: Besonders bei der Erstellung von barrierefreien Apps oder komplexen Webdiensten kann es sinnvoll sein, auf Experten zurückzugreifen. Diese kennen nicht nur die technischen, sondern auch die gestalterischen Anforderungen, um eine barrierefreie und zugleich benutzerfreundliche Website zu gestalten.

Wichtige Schritte zur Einhaltung des BFSG bis Juni 2025

Um sicherzustellen, dass deine Website bis zum Stichtag im Juni 2025 barrierefrei ist, solltest du die folgenden Schritte unternehmen:

  1. Bestandsaufnahme deiner aktuellen Website: Prüfe, inwieweit deine Website bereits den Anforderungen des BFSG entspricht. Nutze dafür Barrierefreiheits-Tests, die du entweder manuell oder mit Tools wie WAVE oder Lighthouse durchführen kannst. Auch kannst du Contrast Checker Tools für gut lesbare Farbpaletten nutzen.
  2. Erstellen eines Umsetzungsplans: Wenn du feststellst, dass deine Website noch nicht alle Anforderungen erfüllt, erstelle einen Plan, wie du die notwendigen Änderungen bis Juni 2025 umsetzen wirst.
  3. Nutzung von barrierefreien Design-Tools wie Webflow: Webflow und ähnliche Plattformen bieten dir die Werkzeuge, um deine Website schrittweise barrierefrei zu gestalten.
  4. Schulung und Weiterbildung: Es kann sinnvoll sein, dich oder dein Team in den Bereichen Barrierefreiheit und barrierefreies Webdesign weiterzubilden, um sicherzustellen, dass auch zukünftige Projekte den Anforderungen gerecht werden.
  5. Zusammenarbeit mit Experten: Wenn du unsicher bist, ob du die Anforderungen selbst umsetzen kannst, solltest du in Erwägung ziehen, einen erfahrenen Webdesigner oder eine Agentur zu beauftragen.

Fazit: Das BFSG als Chance zur digitalen Inklusion

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das ab Juni 2025 vollständig in Kraft tritt, stellt nicht nur eine rechtliche Verpflichtung dar, sondern auch eine große Chance. Unternehmen, die Barrierefreiheit ernst nehmen, schaffen nicht nur einen Mehrwert für Menschen mit Behinderungen, sondern erreichen auch eine breitere Zielgruppe und verbessern ihre SEO-Leistung.
Ob du eine Website erstellen lässt oder selbst erstellst – mit Tools wie Webflow und einem klaren Verständnis der WCAG 2.1-Standards kannst du sicherstellen, dass du die Anforderungen des BFSG erfüllst und deine Website für alle zugänglich machst.

Etienne Gundlach

Hey, ich bin Etienne!

Als Web & UX Designer helfe ich dir deine Marke online sichtbar an deine Kunden zu transportieren, sodass sie auch offline erfolgreich ist.
Auf meinem Blog haue ich regelmäßig Artikel rund um die Themen Webdesign, Webflow & UX Design raus.

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